MVR-Walzenschüsselmühle zur Vermahlung von Zement für thomas zement, Karsdorf
Gebr. Pfeiffer wird MVR-Gesamtmahlanlage an thomas zement GmbH nach Sachsen-Anhalt liefern
Mit dem Austausch einer bestehenden Horomill (horizontal roller mill) durch eine hochmoderne Pfeiffer MVR-Walzenschüsselmühle im Werk Karsdorf, wird ein wichtiger Schritt zur Minderung von CO2 Emissionen vollzogen. Der Auftrag umfasst neben der MVR-Mühle das Mühlengebäude, die Materialdosierung und den Materialtransport zu definierten Übergabepunkten.
Die „thomas gruppe“ ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe der Bau- und Baustoffbranche mit Sitz in Simmern/Hunsrück. Mit mehr als 80 Standorten in Deutschland, Polen, Belgien und Dänemark ist die „thomas gruppe“ in fünf Geschäftsfeldern aktiv: Beton, Betonbauteile, Asphalt-Stein, Bau und Zement.
Seit 01.01.2023 ist das Werk Karsdorf Teil der thomas Unternehmensgruppe. Mit dem Kauf des Zementwerkes in Karsdorf expandiert das Unternehmen weiter und stellt sich der Herausforderung, durch umfangreiche Investitionen, auch in den neu erworbenen Standort Karsdorf, die Grundlage für eine langfristige Zukunftssicherung zu legen.
thomas zement ist zuversichtlich, dass Zement zu einem sauberen Baustoff werden wird und glaubt an dessen Zukunft. Dieser Philosophie folgend unternimmt das Unternehmen umfassende Anstrengungen, um seine Zementproduktion umweltfreundlicher zu gestalten. Die hochmoderne Mahltechnik aus dem Hause Gebr. Pfeiffer, die demnächst in Karsdorf zum Einsatz kommen wird, ist einer von mehreren Mosaiksteinen auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit.
Gebr. Pfeiffer, als Technologieführer im Bereich der Walzenschüsselmühlen, konnte den Kunden mit seiner Technik überzeugen und zusätzlich durch seine hohe Beratungskompetenz bei diesem Brownfield-Projekt punkten.
Dabei war der Anforderungskatalog des Kunden komplex. So erfolgte die Projektentwicklung in einer intensiven Zusammenarbeit zwischen thomas zement GmbH und Gebr. Pfeiffer über einen längeren Zeitraum. Hierbei wurden die Vorstellungen und Wünsche des Kunden durch die Prozess- und Anlagenplanungskompetenz des Mühlenbauers aus Kaiserslautern ergänzt und in eine sukzessiv detaillierter werdende Anlagenplanung überführt. Dabei galt es stets die Rahmenbedingungen und Bauten des bereits bestehenden Zementwerkes zu berücksichtigen und gleichwohl den idealen Mahlprozess der neuen Anlage zu gewährleisten.
Die Mühle soll eine Vielzahl unterschiedlichster Mischzemente (von CEM I bis CEM IV) sowie zusätzlich reinen Kalkstein und reinen Hüttensand vermahlen. Dabei sollen spezifische Oberflächen von 2.700 cm²/g bis 6.000 cm²/g (nach Blaine) erzielt werden. Um dieses außergewöhnlich breite Produktportfolio abdecken zu können, waren mehrere Mahltest im Technikum der Gebr. Pfeiffer erforderlich, die zu dem Ergebnis führten, dass in Karsdorf eine Vertikalmühle des Typs MVR 3750 C-4 diese Aufgabe verlässlich übernehmen wird. Bei den unterschiedlichen Mischzementen werden auch Klinkerersatzstoffe eingesetzt, die durch Substitution den Zementklinkerfaktor senken. Die Nutzung solcher Materialien reduziert drastisch die CO2-Emissionen.
Zusätzlich wird der Austausch der vorhandenen Mahltechnik durch die MVR-Walzenschüsselmühle unmittelbar zur Steigerung der Energieeffizienz beim Einsatz von elektrischer Energie führen. Aber nicht nur dadurch werden im Werk CO2-Emissionen gemindert, denn die Anlagenplanung ist so konzipiert, dass vorhandene Wärme aus dem Ofenbereich für den Mahlprozess genutzt werden kann. Der Mahlprozess wird künftig primär mit dieser Wärme betrieben. Durch die Nutzung vorhandener Heißgase wird somit auch thermische Energie eingespart, was zusätzlich den CO2-Fußabdruck im Werk Karsdorf reduzieren wird.
Obwohl für die Einplanung der Anlage nur ein sehr begrenzter Bauraum zur Verfügung stand, ist es dem Planungsteam gelungen, ein gut durchdachtes und praktikables Wartungskonzept zu entwickeln. Dieses beinhaltet eine optimale Zugänglichkeit der Anlage mit reichlich Ablage- und Arbeitsflächen auf mehreren Ebenen. Umfangreiche Brandschutz- und Gebäudebelüftungsmaßnahmen runden die Planung ab, damit die strengen Schall-, Staub- und Abgasemissionswerte eingehalten werden können.
Die vertrauensvolle, kompetente und partnerschaftliche Zusammenarbeit während der Projektentwicklung führte neben dem Auftrag auch zu der Zusage einer langfristigen Kooperation beider Unternehmen zum Testen technischer Weiterentwicklungen und neuartiger Zemente.
Gebr. Pfeiffer freut sich, durch seine innovative Mahltechnologie einen weiteren Kunden in dessen Bestreben nach einer umweltfreundlicheren und effizienteren Zementproduktion unterstützen zu dürfen.
Dieses Projekt wird gefördert durch Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Die Inbetriebnahme der neuen Mahlanlage ist für Mitte 2027 eingeplant.



